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[How-to] Dendrobenas züchten
#1
Information 
Um stets einen Vorrat an frischen, zappeligen, quirligen, fängigen und vitalen Würmern zu haben kann man Dendrobenas einfach zuhause Züchten und Halten. Bei der Aufbewahrung bzw. Hälterung gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Jedoch sind dabei fast immer folgende Punkte zu beachten:
 
 
Aufbewahrungsbehältnis:

Das Behältnis sollte groß genug Gewalt werden. Ausreichend Bewegungsraum sorgt Hauptsächlich dafür, dass die Würmer vital und fit bleiben. Die Aufbewahrungsmöglichkeiten reichen von einer kleinen Vorratsdose, einem Eimer bis hin zu einen Mauererbottich oder einem ausrangierten Waschkessel. Auf folgende Punkte ist dabei zu achten:

Fluchtversuche vermeiden:


 Das Aufbewahrungsbehältnis muss 100% schließen oder bei offenen Behältnissen  muss eine ständige Beleuchtung durch Lampen (auch nachts das Licht brennen lassen) gegeben sein.

Belüftung geschlossener Behältnisse:

Bei Eimern und Dosen mit Deckel ist im Deckel ein großes Loch einzuschneiden und dieses mit Vlies überkleben. Wenn der Deckel nicht zu hart ist, könnt ihr auch mit einer heißen Nadel oder kleinen Schraubenzieher Löcher in den Deckel Bohren. Sind die Löcher zu groß, können die Würmer durchschlüpfen.
Ist man sich am Anfang nicht sicher, ob der Behälter wirklich 100% ausbruchsicher ist oder ob der Trick mit der Beleuchtung funktioniert, stellt man das Behältnis auf eine leicht angefeuchtete Pappe und sieht am nächsten Tag nach, ob sich darunter Würmer verkrochen haben. Es gibt im Handel auch spezielle Wurmboxen zu kaufen.
 
 
Das richtige Substrat:
 
Das Substrat kann aus aufbereiteten  Zeitungspapier/Pappe, Gartenerde oder gesiebter Komposterde, und ähnlichem bestehen. Folgende Kriterien sollte das Substrat jedoch dabei erfüllen: Das Grundsubstrat sollte luft- und wasserdurchlässig sein (also keine tonige oder lehmige Erde verwenden).Es dürfen keine groben Bestandteile enthalten sein, da diese die empfindliche Haut des Wurmes verletzen können (wie Äste, Steine, aber auch Sand). Die Zugabe von zerrissener und angefeuchteter Pappe, puffert die Feuchtigkeit und kann als Nahrung dienen. Der ideale ph-Wert liegt bei einem Wert von 5-6 (z.B. Rindenmulch ist nicht geeignet).
 
Aus welchen Bestandteilen das Substrat bestehen kann:

Gut geeignet ist grob gesiebte Komposterde. Es muss dann nichts mehr an Futter dazugegeben werden, die Substratfeuchte kann gleichmäßig gehalten werden und ein Substratwechsel ist erst nach ca. 4-6 Wochen notwendig. Es geht auch normale Gartenerde, die mit Pappe vermischt ist. Gegebenenfalls ist die Zugabe kleinerer Futtermengen erforderlich. Es empfiehlt sich, die Substratzusammensetzung ca. 2-3 Tage bevor die Würmer eingesetzt werden, vorzunehmen. So kann die Feuchte sich gleichmäßig im Substrat verteilen und es kann z.B. festgestellt werden, ob es zu unerwünschten Gärungen/Fäulnisse kommt. Wer möchte kann auch im Handel erhältliche Wurmerde und Futter kaufen. Gute Erfahrungen habe ich mit der Wurmerde und Futter von Magic gemacht.
 
 
Die richtige Substratfeuchte:

Ob das Substrat die richtige feuchte hat ist an folgenden Kriterien zu erkennen.

 
  • Verteilen sich die Würmer überall im Behältnis, also nicht nur am Behältergrund oder nur in der oberen Schicht, ist die Feuchte meist passend.
 
  • Bleibt Erde über den ganzen Wurm wie Staub hängen, dann ist es natürlich zu trocken.
 
  • Fühlt sich der Wurm schleimig an oder haben die Würmer sich zu Nestern zusammengeringelt, ist es zu feucht.
 
Im Zweifel wird das Substrat zunächst etwas trockener gehalten und oben mit einem Stück Karton/Pappe zugedeckt. Der Abdeckkarton ist dabei leicht zu beschweren. Auf diese Weise verteilt sich die Feuchte innerhalb von 1-2 Tagen relativ gleichmäßig. Ist es dann immer noch zu trocken, kann wieder etwas Wasser dazu gegeben werden.
 
Die richtige Futterversorgung:

Dieser Punkt ist meistens nur erforderlich, wenn es sich um ein sehr großes Behältnis handelt, mit einem großen Wurmbestand und ein Substratwechsel deswegen oft erst nach etlichen Wochen erfolgen kann:

 
  • Regelmäßig wenig Futter dazugeben, ist besser als einmal eine große Menge vorzulegen.
  • Die Futtergaben sollen zerkleinert sein.
  • Das Futter soll in eine kleine Mulde gelegt werden.
  • Alles was in der Küche an Abfällen anfällt kann den Würmern als Futter dienen: Apfel-, Kartoffelschalen, Salatblätter, Kaffeefilter, Kaffeesatz, Teebeutel usw. letztlich macht es auch hier wohl die Mischung.
  • Nicht gefüttert werden dürfen Bananenschalen und Zitrusfrüchte.
Durchschnittlich alle 2-3 Wochen ist eine Futtergaben erforderlich. Vor allem im Sommer muss bedacht werden, dass die Futterzugaben schnell faulen bzw. schimmeln können und Insekten wie Fliegen anziehen. Von daher ist ein abdeckbares Behältnis hier von Vorteil. Ist die Futtermenge nicht ausreichend,  wachsen und vermehren sich die Würmer etwas langsamer oder wandern unter Umständen auch teilweise ab.
 
Regelmäßig Kontrollieren ist Wichtig:
 
Es ist natürlich, dass sich immer wieder kranke oder tote Würme an der Oberfläche finden lassen. Diese sind unbedingt sofort zu entfernen. Mitunter zeigt sich auch, dass Bestandteile des Substrates oder Futterzugaben zu schimmeln beginnen. Auch hier gilt, diese sofort zu entfernen. Um die Feuchte zu überprüfen, werden mit der Hand die tieferen Schichten geprüft nutzt dazu keine Schaufel das würde etliche verletzte Würmer nach sich ziehen.
 
 
Gelegentlich Substrataustausch vornehmen:

Je nach Größe des Behältnis bzw. die Wurmdichte und wie nährstoffreich das Substrat ist, soll nach ca. 2-8 Wochen das Substrat erneuert werden. Wenn nur wenige Würmer vorhanden sind ist es vergleichsweise einfach, diese aus dem ausgeschütteten Altsubstrat herauszulesen. Wenn mehrere hundert Würmer umzubetten sind, ist ein Sieb mit einem Maschenabstand von ca. 1cm hilfreich. Natürlich rutschen dort auch Würmer durch, doch dann muss lediglich mit der Hand nachgelesen werden. Das alte Substrat nicht wegwerfen, es wird dann noch ca- 2-4 Wochen in einem anderen geschlossenen Behälter aufbewahrt, denn regelmäßig finden sich dann überwiegend im untersten Drittel noch etliche übersehene Würmer oder Jungwürmer. Da Würmer empfindlich auf Licht reagieren und sich dann zurückziehen, können mittels Licht die Würmer Stück um Stück im Substrat bis auf eine relativ kleine Fläche konzentriert werden. Das Substrat wird  dabei mit einer Lichtquelle oder Tageslicht beleuchtet. Nach ca. 15-30 min kann das Substrat soweit von oben weggenommen werden, bis man verstärkt auf  Würmer trifft. Nach mehrmaliger Wiederholung des Vorganges kann man so bis zu 2/3 des Substrates entfernen. Das verbleibende Substrat-Wurmkonzentrat wird in das mit frischem Substrat gefüllte Behältnis oben aufgelegt. So kann später auch dieser Rest des verbrauchten Substrats  weggenommen werden.

 
Der richtige Standort:

Eine Aufbewahrung im Kühlschrank ist normalerweise nicht notwendig. Die Wohlfühltemperatur bewegt sich zwischen 8-20 Grad Celsius. Kühle Plätze sind daher gerade im Sommer am besten. Soweit ein Garten vorhanden ist, können die Behältnisse an einem vollschattigen Platz aufgestellt werden. Es muss dafür gesorgt sein, dass Regenfälle nicht in das Behältnis dringen. Wegen der höheren Verdunstung bei wärmeren Temperaturen kann es notwendig sein, gelegentlich etwas Wasser auf das Substrat zu geben. Im Winter ist ein frostfreier Raum erforderlich. Ideal ist immer ein Platz im Keller, in Garage oder Schuppen kann es von Frühjahr bis Herbst manchmal zu Hitzestaus  kommen, die für den Wurm gefährlich sind.
 
Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Um erfolgreich Würmer zu Züchten und zu halten, muss ein kleines intaktes Ökosystem entstehen. Dabei sind zahlreiche Einflüsse und Wechselwirkungen zu beachten, die hier nur unvollständig oder überhaupt nicht erwähnt wurden. Das ist dann Erfahrungen die man letztendlich selber Sammeln muss.
  


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