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[How-to] Tauwürmer züchten
#1
Information 
Tauwürmer züchten ist leider nicht so einfach wie bei anderen Wurmarten, weshalb die Tiere hauptsächlich aus Kanada kostspielig importiert werden. Mit den richtigen Tipps und genug Zeit und Geschick sollte dem Zuchterfolg aber auch bei dieser Wurmart nichts im Wege stehen.
 
Aufbewahrungsbehältnis:

Als erstes brauchen ihr um Tauwürmer selber zu züchten ein passendes Gefäß wie bei den Dendrobenas allerdings sollte der Behälter größer ausfallen da Tauwürmer mehr Platz brauchen als Dendros. Außerdem brauch man am unteren Ende einen kleinen Abfluss, damit sich kein Wasser ansammelt und die Erde nicht zu feucht wird oder es sogar anfängt zu schimmeln. Behälter unter 20 l Volumen sind ungeeignet und dienen wenn nur der Aufbewahrung.

Beim Tauwürmer züchten sollte zudem darauf geachtet werden, dass der Zuchtbehälter gut abgedeckt ist, damit die Tiere nicht auf Wanderschaft gehen. Eine andere Methode, damit die Würmer nicht aus dem Behälter klettern, ist: Licht anlassen! Tauwürmer sind sehr lichtscheu und kommen bei zu viel Lichtintensität nicht an die Oberfläche. Daher sollte auch beim Tauwürmer züchten ein lichtundurchlässiger Behälter gewählt werden. Ist man sich am Anfang nicht sicher, ob der Behälter wirklich 100% ausbruchsicher ist oder ob der Trick mit der Beleuchtung funktioniert, stellt man das Behältnis auf eine leicht angefeuchtete Pappe und sieht am nächsten Tag nach, ob sich darunter Würmer verkrochen haben. Zum Tauwürmer züchten braucht man relativ konstante Bedingungen. Eine ideale Temperatur für die Würmer liegt bei 2-6 °C . Alte Keller eignen sich hierfür besonders gut.

Das richtige Substrat:

Das Grundsubstrat sollte luft- und wasserdurchlässig sein (also keine tonige oder lehmige Erde verwenden).Es dürfen keine groben Bestandteile enthalten sein, da diese die empfindliche Haut des Wurmes verletzen können (wie Äste, Steine, aber auch Sand).
Die Zugabe von zerrissener und angefeuchteter Pappe, puffert die Feuchtigkeit und kann als Nahrung dienen. Der ideale ph-Wert liegt bei einem Wert von 6-6,5 (z.B. Rindenmulch ist nicht geeignet). Alle 8-12 Wochen solltet ihr beim Tauwürmer züchten die Erde komplett erneuern, hierfür müsst ihr alle Würmer aus der Erde sortieren und danach wieder für ideale Bedingungen sorgen, bevor ihr die Tauwürmer zurück in ihr Zuhause setzt. Im zweifelfall könnt ihr auch hier auf Spezielle Wurmerde und Futter aus dem Fachhandel zurückgreifen.


Die richtige Substratfeuchte:

DasSubstrat sollte gut befeuchtet werden ideal ist dafür destilliertes Wasser. Zur Kontrolle am besten einen spezielles ph-Messgrerät oder pH-Teststreifen aus der Apotheke verwenden. Zum richtigen Einschätzen der Feuchtigkeit solltet ihr das Substrat  in die Hand nehmen und auspressen. Entweichen nur ein paar Tropfen sollte die enthaltene Feuchtigkeit ideal sein. Ihr solltet immer wieder kontrollieren, dass sich keine Krankheiten eingeschlichen haben. Schimmel, Tote oder kranke Tauwürmer, erkennbar an verringerter Aktivität als andere Würmer. Diese sollte man sofort aus dem Zuchtbehältnis nehmen, damit die weiteren Artgenossen nichts negativ beeinflusst werden. Das alte Substrat nicht wegwerfen, es wird dann noch ca- 4-5 Monate in einem anderen geschlossenen Behälter aufbewahrt um geschlüpfte Tauwürmer zu finden. Feuchtigkeit und Kontrolle müssen dabei wie bei der Zucht regelmäßig kontrolliert werden.
 

Die Zucht von Tauwürmer:

Um Tauwürmer zu vermehren, braucht man viel Geduld. Es dauert ungefähr 1 Jahr bis die Tauwürmer ihre Geschlechtsreife erlangt haben und noch einmal ca 6-12 Monate bis die neuen Würmer aus den Kokons schlüpfen. Die Zeit variiert beim Tauwürmer züchten und ist abhängig von äußeren Faktoren wie Temperatur oder Luftfeuchtigkeit. Die Paarung an sich läuft wie bei anderen „Wirbellosen“ der Regenwurm-Familie und es ist kein Zutun durch den Wurmzüchter notwendig. Die Tiere sind Zwitter, können sich jedoch nicht eigenständig vermehren und brauchen hierfür einen Partner. Mit diesem umschlingen sie sich dann für den Zeitraum der Paarung und legen anschließend einen Mini-Kokon unter der Erde ab aus dem sich meist nur ein einziger Wurm entwickelt. Sobald es soweit ist, dass sich Ihre Tauwürmer vermehren, wisst ihr, dass ihr beim Tauwürmer züchten alles richtig gemacht habt.


Die richtige Futterversorgung: 

Tauwürmer füttern sollte gut durchdacht sein. Die Tiere fressen normalerweise indem  Sie an die Oberfläche kommen, dabei bleiben Sie mit dem hinteren Ende unterirdisch und ziehen sich das Fressen in ihre Wurmgänge. Daher ist es wichtig, dass die Tier auch wie oben schon erwähnt ausreichend Platz haben, um sich auszubreiten. Regelmäßig wenig Futter dazugeben, ist besser als einmal eine große Menge vorzulegen. Die Futtergaben sollen zerkleinert sein. Alles was in der Küche an Abfällen anfällt kann den Würmern als Futter dienen: Apfel-, Kartoffelschalen, Salatblätter, Kaffeefilter, Kaffeesatz, Teebeutel usw. letztlich macht es auch hier wohl die Mischung;  Nicht gefüttert werden dürfen Bananenschalen und Zitrusfrüchte. Beim Tauwürmer füttern sollte die Nahrung nicht über die komplette Oberfläche verteilt werden, sondern aufgehäuft eingegeben werden. Legt erst neues Futter nach, wenn das alte verbraucht wurde. Nicht-verbrauchtes Futter, was den Würmern anscheinend nicht schmeckt, sollte wieder aus dem Behälter zum Tauwürmer züchten entfernt werden, um für saubere Verhältnisse zu sorgen.


Tauwürmer überwintern:

Tauwürmer überwintern am besten bei tiefen Temperaturen zwischen 2 und 4 °C. Dann sind die Tiere weniger aktiv, sie fahren ihren Stoffwechsel zurück, brauchen dementsprechend auch weniger Pflege und ihr habt beim Tauwürmer züchten weniger Aufwand. Wenn ihr die richtigen Bedingungen schafft sollte es kein Problem sein Tauwürmer zu Überwintern.
  


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