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[Info]  Der formale Weg zum Angeln
#1
Fischerei ist in Deutschland grundsätzlich Sache der Bundesländer, deshalb werden Fischereibelange in den Länderfischereigesetzen geregelt. In Rheinland-Pfalz sind dies das Landesfischereigesetz und die Landesfischereiordnung, auf denen weitere Rechtsvorschriften (Verordnungen, Allgemeinverfügungen, Erlasse) beruhen.
In Rheinland-Pfalz gibt es rund 85000 Fischereischeininhaber. Aber auch Kinder, Jugendliche und auswärtige Angelgäste möchten zur Angel greifen. Nur rund 1,4 % der Landesfläche sind jedoch Wasserflächen. Die Ressource Fischereigewässer ist also sehr begrenzt und wird zusätzlich von anderen Naturschutzverbänden sowie Badegästen, Wassersport etc., der Berufsschifffahrt und der Energiewirtschaft (Wasserkraft) beansprucht.

Die 5 Wege zum Angeln im Land


Wer die Angelfischerei ausüben will, muss grds. im Besitz eines Fischereischeines und zusätzlich der örtlichen Angelerlaubnis sein...

1. Jugendfischereischein (ohne Fischerprüfung, jedoch mit Begleitung durch einen volljährigen Fischereischeininhaber) → Angelerlaubnis → Angeln und Fische fangen…

2. Fischereischein (nach erfolgreicher Fischerprüfung) → Angelerlaubnis → Angeln und Fische fangen…

3. Sonderfischereischein für Behinderte (ohne Fischerprüfung, jedoch mit Begleitung durch einen volljährigen Fischereischeininhaber) → Angelerlaubnis → Angeln und Fische fangen…

4. Wohnsitz im Ausland (Urlauber, Geschäftsreisende etc.) → Fischereischein → Angelerlaubnis → Angeln und Fische fangen…

5. Angelerlaubnis in den Grenzgewässer-Abschnitten zu Luxemburg von Mosel, Sauer und Our (Angeln auch ohne staatlichen Fischereischein) → Angeln und Fische fangen…

Erteilung einer Angelerlaubnis (Angler) durch den Fischereirechteinhaber (Fischerei-Pächter/-Eigentümer)

Die ausgegebene Angelerlaubnis für ein Angelgewässer ist zeitlich beschränkt sowie orts- und personengebunden. Es gibt sie für:

a. Vereinsmitglieder (z.B. reine Vereinsgewässer)

b. Gäste (z.B. offen zugängliche Gastgewässer)

c. Kunden (z.B. privat-gewerbliche Fließgewässerstrecken sowie Angelteiche und Forellenseen etc…)

Das (physikalische) Papier "Angelerlaubnis" für Gäste und Kunden, wird im Angelführer als Gastkarte (GK) bezeichnet. Es wird formal bzw. umgangssprachlich auch Angelerlaubnisschein, Gasterlaubnisschein, Gastlizenz o.ä. genannt, für dessen Erwerb grds. ein Fischereischein notwendig ist.

Hierbei gilt:

Kinder bis 6 Jahre dürfen in Rheinland-Pfalz nicht selbst angeln, sie dürfen jedoch einem volljährigen Inhaber eines Fischereischeins beim Angeln unterstützen.

Kinder und Jugendliche von 7 bis 15 Jahren können ohne Vorbedingungen einen Jugendfischereischein erhalten. Damit dürfen sie in Begleitung eines volljährigen Fischereischeininhabers selbst angeln. (Beitritt zur Jugendgruppe eines in den Fischereiverbänden von Rheinland-Pfalz organisierten Angelvereins empfohlen).
Zu beachten: Kinder bis 9 Jahre müssen beim Angeln direkt beaufsichtigt werden und dürfen die gefangenen Fische nicht selbst abhaken, betäuben und töten!

Jugendliche ab 14 Jahre erhalten, sofern sie die Fischerprüfung abgelegt haben, den Fischereischein der sie dazu berechtigt alleinverantwortlich − ohne die fischereigesetzlich vorgeschriebene Begleitung zu angeln. Aus Gründen der allgemeinen Fürsorge und Aufsichtspflicht kann aber dennoch eine Begleitung notwendig sein.

Alle Personen ab 16 Jahre müssen grundsätzlich die staatliche Fischerprüfung nachweisen, um einen Fischereischein erwerben und angeln zu dürfen.
Allgemein zu beachten ist: Personen, gegen die ein Verfahren wegen Vergehen im Bereich der Fischerei-, Naturschutz- und Tierschutzbelangen bzw. Urkundenfälschung etc. eingeleitet ist, kann die Fischerprüfung bzw. der Fischereischein bis auf Weiteres versagt werden!

Ausgenommen von der Prüfungspflicht (jedoch nicht Fischereischeinpflicht!) sind:


Personen, die sich durch ihre berufliche Qualifikation Sachkenntnis in der Fischerei erworben bzw. nachgewiesen haben (z.B. ausgebildete bzw. schon in Ausbildung befindliche Fischer/Fischwirte, Wissenschaftler im Bereich Fischerei).

Sowie Personen, die im Zeitraum von 5 Jahren vor Inkrafttreten des Landesfischereigesetzes (vom Dez. 1974) einen gültigen Inland-Fischereischein besaßen (inkl. der Qualifikationen zum Fischfang in der ehem. DDR) sowie ausgewiesene Diplomaten etc. benötigen ebenfalls keine Prüfung.

Weiterhin kann Schwerbehinderten, geistig Behinderten und anderen Personen, die aus gesundheitlichen Gründen die Fischerprüfung nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand absolvieren könnten (Nachweise nach GdB./MdE.), ab 16 Jahren ein Sonderfischereischein ohne Prüfungsnachweis ausgestellt werden.
Zu beachten: Personen mit Sonderfischereischein müssen beim Angeln von einem volljährigen Fischereischeininhaber begleitet werden!

Angelgäste aus anderen Bundesländern, mit gültigen Fischereischeinen ihrer Bundesländer, können in der Regel in Rheinland-Pfalz eine Gastangelerlaubnis erwerben, wenn die fachlichen Voraussetzungen für deren Fischereischein-Erteilung der rheinland-pfälzischen Prüfung entsprechen.

Zugezogenen Personen aus anderen Bundesländern wird deren, in einem anderen Bundesland durch Prüfung erworbener, Fischereischein anerkannt, wenn die Voraussetzungen für dessen Erteilung den fachlichen Grundsätzen von Rheinland-Pfalz entsprechen (behördliche Einzelfallabwägung ist jedoch möglich). Dieser Fischereischein muss dann spätestens nach 5 Jahren auf Rheinland-Pfalz umgeschrieben werden.
Zu beachten: Jugendliche mit 16 und 17 Jahren dürfen dann, im Gegensatz zu einigen anderen Bundesländern, in Rheinland-Pfalz nicht mehr mit dem Jugendfischereischein angeln!

Wichtig: Personen mit Wohnsitz in Rheinland-Pfalz müssen, um einen Fischereischein zu bekommen, den Vorbereitungslehrgang und die Fischerprüfung ebenfalls in Rheinland-Pfalz absolvieren (es gilt das Wohnortprinzip)!

Alle ausländischen Angel- und Urlaubsgäste etc. ohne Wohnsitz in Deutschland sowie auch grundsätzlich Saisonarbeiter, Geschäftsreisende (ebenfalls ohne Wohnsitz in Deutschland), benötigen keine Fischerprüfung, sondern können einfach einen Fischereischein (7-15 Jahre Jugendfischereischein) bei der Hauptverwaltung der Verbandsgemeinde z.B. des jeweiligen Aufenthaltsortes erhalten.

Nach Rheinland-Pfalz zugezogene Personen aus anderen Staaten (Wohnsitz in Rheinland-Pfalz) müssen grundsätzlich die rheinland-pfälzische Fischerprüfung absolvieren.

Ausnahme: Personen die aus Staaten mit formalen Sachkundenachweisen oder Prüfungen zur Fischerei kommen, müssen diese Prüfungsformulare vorlegen sowie zusätzlich glaubhaft machen, dass sie in der Fischerei Sachkundig sind. Weiterhin muss nachgewiesen werden, dass diese ausländische Fischereilizenz der Fischerprüfung von Rheinland-Pfalz nahezu fachlich gleichrangig ist und dass auch der Herkunftsstaat den Fischereischein von Rheinland-Pfalz als ebenso gleichrangig anerkennt!

Auch Angehörige ausländischer Streitkräfte, welche in Rheinland-Pfalz stationiert sind, benötigen ebenfalls die Fischerprüfung von Rheinland-Pfalz oder einen der Fischerprüfung von Rheinland-Pfalz gleichrangigen Sachkundenachweis.

Allgemein zu beachten ist: Zeitlich begrenzte sogenannte Touristenfischereischeine bzw. Ausländerfischereischeine anderer Bundesländer, welche den grundsätzlich fachlichen Voraussetzungen von Rheinland-Pfalz nicht genügen, können gegebenenfalls landesweit oder gewässerspezifisch nicht anerkannt werden
  


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