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[Info]  Die häufigsten Fischkrankheiten
#1
In diesem Thread werde ich mal die häufigsten Fischkrankheiten vorstellen, wie man diese erkennt und was man in diesem Fall machen sollte.

Fischkrankheiten können für betroffene Fische sehr schmerzvoll oder auch tödlich sein. Ein wirtschaftlicher Schaden für die Betreiber von den Gewässern oder Teichanlagen ist dabei auch nicht zu unterschätzen. Fische mit Fischkrankheiten sollten daher besonders behandelt und die Ursachen schnellstmöglich ausfindig gemacht werden.

Ursachen von Fischkrankheiten

Wenn Fische Verletzungen bekommen, können sich schnell Bakterien und Keime in den Wunden niederlassen und Krankheiten verursachen, auch das anfassen mit trokenen Händen oder Handschuhen und Tüchern schadet den Fischen und beschädigt die sensible Schleimhaut wodurch Pilzerkrankungen entstehen. Besonders aber auch durch bestimmte Umwelteinflüsse (z.B. rasche und extreme Temperatur- und Sauerstoffschwankungen, chemische Vergiftungen und Verschmutzungen des Wassers) können Fischkrankheiten entstehen. Außerdem sind auch Erbkrankheiten, genetische Mutationen (Missbildungen) und Geschwüre bei Fischen keine Seltenheit.

Was sollte man tun wenn man einen Fisch fängt der anzeichen aufweist?

Solltest ihr einen Fisch fangen der Anzeichen einer Krankheit aufweist, macht ein Foto vom Fisch und zeige es dem Verantwortlichen Betreiber des Gewässers. Wenn möglich sollte der betroffene Fisch in einer Tüte entsorgt werden, damit er keine anderen mit der Fischkrankheit ansteckt. Bei Toten Fischen mit Auffälligkeiten könnt ihr auch dem Betreiber die Stelle melden, damit er selbst nachschauen kann. Eine frühe Erkennung und Meldung ist sehr wichtig um den Ursachen schnell und effektiv auf den Grund zu gehen.


Inhalt:
Bakterielle Kiemenschwellung
Befall mit Saugwürmern (Trematoden)
Befall mit Band- und Fadenwürmern
Befall mit LernaeaEgelbefall
Egelbefall
Erkrankung durch parasitäre Krebse (Custacea)
Fleckenseuche
Flossenfäule
Furunkulose Aeromonas salmonicida
Forellenseuche (VHS)
Grieskörnchen Krankheit
Infektiöse Bauchwassersucht (IBW)
Infektionöse Pankreasnekrose (IPN)
Koi Herpes
Kiemenfäule
Metazerkarienbefall
Pockenerkrankung
Saprolegnia
Taumelkrankheit
Virale Hämorrhagische Septikämie (VHS)
#2
Bakterielle Kiemenschwellung

Die bakterielle Kiemenschwellung ist eine Krankheit bei Forellenbrut. Die Erreger sind Myxobakterien. Beim Ausbruch der Erkrankung wirken aber auch noch ungünstige Wasserverhältnisse und Mangel an Vitamin B5 (Pantothensäure) mit. Das typische Symptom der bakteriellen Kiemenschwellung ist das Abspreizen der Kiemendeckel, so dass die intensiv rotgefärbten Kiemen, die „struppig“ wirken, sichtbar werden. Die Spitzen der Kiemenblättchen sind kolbenförmig angeschwollen. Erkrankte Fische atmen sichtbar erschwert. Die Erkrankung fordert meistens großen Verluste. Beim Auftreten der Kiemenschwellung ist die Fütterung auf vitaminreiches, fettarmes Futter umzustellen.
#3
Befall mit Saugwürmern (Trematoden)


Hier sind vor allem die Gattungen Gyrodactilus und Dactylogyrus zu nennen. Vertreter der Gattung Gyrodactylus leben vorwiegend auf der Haut von Karpfenartigen Fischen, Dactylogyrus auf den Kiemen. Gyrodactylus ist etwa 0,5 bis 1 mm groß und durch ein zweizipfliges Vorderteil charakterisiert, Dactylogyrus dagegen, ebenfalls knapp 1 mm groß, hat ein vierzipfeliges Vorderteil und vier punktförmige schwarze Augen. Die Schadwirkung dieser Parasiten besteht in einer Zerstörung der Haut bzw. des Kiemenepithels durch den am Hinterende liegenden stark bewehrten Haftapparat. Außerdem saugen sie Blut.
Beide Gruppen sind durch eine große Vermehrungsrate gekennzeichnet und werden vor allem der Fischbrut gefährlich. Befallen werden vor allem Karpfen, aber auch andere Fischarten. Die Brut bleibt bei einem Befall im Wachstum zurück und wird matt. Gleichzeitig tritt eine Dunkelfärbung auf. Mit einer Lupe oder einem Mikroskop erkennt man die Parasiten leicht. Fischen über 4 bis 5 cm Länge werden die Dactylogyren nicht mehr gefährlich. Auch der Blutwurm (Sanguinicola) gehört zu den Saugwürmern (Digenea), die bei Karpfenbrut große Verluste hervorrufen können. Die geschlechtsreifen Parasiten leben im Blutgefäßsystem der Fische. Dieser Wurm macht einen Wirtswechsel durch, wobei Schnecken die Zwischenwirte sind.
Typische Symptome der befallenen Fische sind : apathisches Verhalten, blasse Kiemen, verstopfte Kiemengefäße durch die typischen dreieckigen Eier (mikroskopische Beurteilung) sowie Nierenschäden durch eingekapselte Eier.
Eine Bekämpfung ist nur durch das Abtöten der Zwischenwirte mit Hilfe einer Teichkalkung möglich. Befallen werden vor allem junge Karpfen und Schleien.
#4
Befall mit Band- und Fadenwürmern

Nicht um eine eigentliche Fischkrankheit, sondern um Parasiten handelt es sich bei den Band- bzw. Fadenwürmern.Man kennt heute sehr viele fischparasitäre Band- und Fadenwürmer, wobei sogar der Fachmann oft große Schwierigkeiten hat, sie exakt zu bestimmen. Für die Mehrzahl dieser Würmer ist ein komplizierter Entwicklungszyklus typisch, der in manchen Fällen noch nicht einmal genau bekannt ist (Fadenwürmer). Im Rahmen unserer Betrachtungen muss daher der Hinweis ausreichen, dass diese Parasiten in den inneren Organen (vorzugsweise Leber), in der Muskulatur, in der Leibeshöhle oder im Darmtrakt der Fische auftreten.Ein häufiger Bewohner der Leibeshöhle von Weißfischen ist z. B. der Riemenwurm (Ligula intestinalis). Die überwiegende Mehrzahl der Band- und Fadenwürmer unserer Süßwasserfisch ist für den Menschen ungefährlich. Lediglich vor dem Fischbandwurm (Diphyllobotrium latum) muß gewarnt werden. Er lebt im geschlechtsreifen Zustand im Darm von Katze, Hund und Mensch und kann vor allem bei Kindern ernsthafte Schäden bewirken.Als Zwischenwirt fungieren vorwiegend Raubfische, z. B. Quappe, Hecht, Barsch oder auch Forellen. Die Vollfinne (Plerocercoid) liegt eingekapselt in der Rückenmuskulatur und in der Leber von Fische. Die Infektion des Menschen erfolgt durch den Genuss rohen bzw. nicht voll durchgegarten Fischfleisches. Daher ist es nicht unbedenklich, Hunde und Katzen mit rohem Fischfleisch, vor allem von Fischen aus Wildgewässern, zu füttern. Ungefährlich für den Menschen sind dagegen die in der Muskulatur und in der Leber von Salmoniden auftretenden Larven der Gattung Triaenophorus, des Hechtbandwurmes. Für diese Würmer sind Kleinkrebse der Gattung Cyclops die ersten Zwischenwirte, Salmoniden und Barsche die zweiten, während der Hecht Endwirt ist. Dienen Fische als Zwischenwirte für Fadenwürmer, finden wir deren Larven in der Haut, der Muskulatur und in inneren Organen, wo sie meistens bindegewebig eingekapselt sind. Die Biologie der Nemathoden in der Schwimmblase von Salmoniden. Diese Cystidicola-Arten sind jedoch weitgehend harmlos. Lediglich bei sehr starkem Befall soll es zu Blutarmut (Anämie) kommen. Beobachtet man derartige Wurmparasiten bei seinen Fischen, sollte man als Betreiber des Gewässers in jedem Fall eine fachmännische Bestimmung durchführen lassen.
#5
Befall mit Lernaea


Bei Lernaea handelt es sich um einen Parasitenbefall. Er befällt vor allem karpfenartige Fische, aber auch Forellen, Hechte und Graskarpfen. Lernaea ist ein Krebs und bohrt sich in den Fischkörper. Der grösste Teil des Parasiten ragt dabei noch aus der Haut heraus und ist mit bloßem Auge gut zu erkennen. Es sieht aus, als hätten sich kleine Grashalme unter die Schuppen geklemmt. Befallene Fische magern ab und sind anfällig für weitere Fischkrankheiten.

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#6
Egelbefall


Häufig finden sich an Weißfischen, aber auch an anderen Arten, große, mit bloßem Auge leicht zu erkennende Würmer, die zu den Egeln gehören. Meistens handelt es sich um den Fischegel (Piscicola geometra). Fischegel treten besonders gehäuft in stark verschlammten und verkrauteten Teichen auf. Bei starkem Befall der Fische können durch das Blutsaugen, vor allem aber durch Sekundärinfektionen der Stichwunden in der Haut, größere Schäden in einem Bestand auftreten.
#7
Erkrankung durch parasitäre Krebse (Custacea)


Von den fischparasitären Krebsen werden hier die häufigsten Arten erwähnt. Die verschiedenen Argulus-Arten sind gefährliche Hautparasiten an Cypriniden, Hechten, Barschen, aber auch an Aalen und Forellen. Karpfenläuse sind mit bloßem Auge leicht zu erkennen. Ihre Größe beträgt 6 – 7 mm. Sie finden sich oft massenweise auf der Haut von Karpfen. Mit Hilfe eines stilettartigen Stachels durchbohren sie die Fischhaut und saugen Blut und Gewebesäfte. Nicht selten sind die befallenen Fische von entzündeten Einstichstellen übersät, die häufig zum Ausgangspunkt von Sekundärinfektionen werden.

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#8
Fleckenseuche


Weit verbreitet unter unseren Süßwasserfischen ist die sogenannte Fleckenseuchen, die Bakterienarten gehören zur Gattung der Pseudomonas und Aeromonas. Die Haut erkrankter Fische weist am anfang fleckenartige Rötungen auf, anschließend lösen sich soweit vorhanden die Schuppen an betroffenen stellen ab, es entstehen Geschwüre, die sich flächenartig ausbreiten, die sich an den Seiten flächig ausbreiten. Aber auch am Kopf (Hecht), in der Kiefer- und Augenregion entstehen derartige Symptome. Die Schwanzflosse ist meist zerfasert, der After vorgestülpt. Rotaugen und Brachsen zeigen gelegentlich Ascites-Bildung. Die Leber ist gelb verfärbt mit punktförmigen Blutungen. Fleckenseuchen wurden bei fast allen Süßwasserfischarten beobachtet: Hecht (Hechtpest) , Weißfische, Renkenartige, Zander und Barsch. Die Erkrankung tritt in allen Gewässern auf, wobei ein direkter Zusammenhang zur Belastung mit organischen Abwässern zu bestehen scheint.
#9
Flossenfäule

Eine ernstzunehmende Fischkrankheit ist die Flossenfäule, die von Bakterien der Gattungen Aeromonas hervorgerufen wird. Es kommt zu schweren Entzündungen insbesondere an der Schwanzflosse. Im Endstadium ist nur noch der blutige, meist verpilzte Schwanzstumpf vorhanden. Flossenfäule kann bei allen Süßwasserfischarten auftreten.
#10
Furunkulose Aeromonas salmonicida


Betroffene Fischarten, sind vor allem Salmoniden in Zuchtanlagen. Die geschilderten Symptome müssen nicht gemeinsam auftreten da insgesamt in drei verschiedene Arten der Furunkulose unterschieden wird. Die akute Form dieser Fischkrankheit ist hauptsächlich an den inneren Blutungen sowie Glotzaugen zu erkennen. Eine chronische Form ist an der Rötungen der Flossenansätze bzw. zerfransten Flossen zu erkennen und die Darmfurunkulose ist besonders an der entzündeten Darmschleimhaut sowie aus dem After hängende Schleim- und/oder Kotfäden. Auch bei der Furunkulose gibt es infizierte Fische die keine sichtbaren Zeichen der Erkrankung zeigen, aber dennoch die Bakterien mit sich tragen. Da die Krankheit fast ausschließlich in Zuchtbetrieben auftritt, werden andere Fischarten nur infiziert wenn diese zusammen gehalten werden.
Symptome die von außen sichtbar sind:
Glotzaugen, dunkle Flecken auf der Haut, kleine Rötungen an den Flossenansätzen, zerfranste Flossen, aus dem After hängende Schleim-, Kotfäden
Im inneren des Fisches erkennbar an:
geschwollene Milz, Blutungen der Organe, Blut im Darm, entzündete Darmschleimhaut.
#11
Forellenseuche (VHS)
 
Virale Haemorrhagische Septikämie (VHS)
Die betroffenen Fischarten sind: Forellen, seltener Äsche, Hecht, Lachs, Saibling
 
Symptome die von außen sichtbar sind:
dunkelfärbung Glotzaugen Blutungen im Auge blasse Kiemen Blutungen im Bauchraum
 
Im inneren des Fisches erkennbar an:
Kommaförmige Blutungen in der Muskulatur und blasse Leber
#12
Grieskörnchen Krankheit

Grieskörnchen Erreger ist das zu den Protozoen gehörende, bis zu 1 mm große Wimperntierchen Ichthyophthirius multifiliis. Der Parasit lebt eingekapselt in der Unterhaut und im Kiemengewebe der Fische, das er zerstört. Nach einiger Zeit fällt er vom Fisch ab, sinkt auf den Gewässergrund und bildet dort durch Teilungen zahlreiche Schwärmer, die ihrerseits neue Fische befallen. Die erkrankten Fische magern stark ab und scheuern sich häufig an festen Gegenständen im Dewässer. Mit bloßem Auge, oder besser nochr mit einer Lupe sieht man auf der Haut kleine weiße Pünktchen, als ob der Fisch mit Gries überstreut worden wäre.
Die Krankheit kann auch mit dem Laichausschlag der Karpfenfische verwechselt werden. Dieser Parasit kann erhebliche Verluste in der Population hervorrufen. Er befällt alle einheimischen Süßwasserfische.
#13
Infektiöse Bauchwassersucht (IBW)

Es ist noch nicht geklärt ob die Krankheit durch Bakterien verursacht wird, oder ob auch Viren beteiligt sind. Auf jeden Fall sind die Bakterien der Gattungen Aeromonas und Pseudonomas an der Erkrankung beteiligt. Sie sind praktisch in jedem Aquarium vorhanden, da sie monatelang im Wasser und Boden überleben und sich dort vermehren können. Erst bei Schwächung der Fische ist das Immunsystem nicht mehr in der Lage die Bakterien zu bekämpfen, sonst sind die Fische stark genug um nicht krank zu werden.

Unmittelbare Ursache des angeschwollenen Bauchs ist der Verfall eines oder mehrerer innerer Organe (Leber, Niere usw.) aufgrund der Infektion. Durch den Verfall wird Flüssigkeit in die Bauchhöhle abgesondert und der Bauch bläht sich auf und dadurch spreizen sich die Schuppen vom Körper ab.

Ist der Darm befallen, sondert der Fisch schleimigen Kot ab und der Fisch frisst nicht mehr. Später wird die Darmschleimhaut abgestoßen und ausgeschieden. Weiße schleimige Stücke können am After hängen bleiben. Im Endstadium funktioniert die Niere nicht mehr richtig oder es treten Infektionen der Harnwege auf. Die Niere scheidet nicht mehr genug Wasser aus und das überschüssige Wasser sammelt sich in der Bauchhöhle, in den Schuppentaschen und im Augenhintergrund.

Der Bauch des betroffenen Fisches sieht extrem aufgeschwollen aus, die Schuppen stehen ab. Des weiteren bekommt der Fisch auch häufig Glotzaugen. Es wurde auch schon von Haut Ablösungen und Geschwüren berichtet. Hier noch ein paar andere Symptome der infektiösen Bauchwassersucht: Entzündete (rote) Stellen am Körper, Blasse Stellen am Körper, Pilzbefall, Bläschen an der Seitenlinie, Kiemen sind blass, After entzündet, After ist vorgestülpt

Das Verhalten des Fisches verändert sich auch. Sie atmen schneller, schaukeln an der Wasseroberfläche und auf dem Bodengrund. Der Fisch wirkt apathisch.
#14
Infektionöse Pankreasnekrose (IPN)

Betroffene Fischarten sind ausschließlich Salmoniden. Betroffen von der Erkrankung ist die Brut bis zu einem alter von einem halben Jahr. Ältere Fische sind  seltener betroffen, sie sind zwar Virenträger, aber die Krankheit bricht bei ihnen nicht aus.

Symptome von außen sichtbar: aus dem After hängende Schleim-, Kotfäden, dunkelfärbung, Glotzaugen, blasse Kiemen, Blutungen an den Flossenansätzen, vordere Bauchraum aufgetrieben, schnelles Schwimmen in der Seitenlage
#15
Koi Herpes

Das Koi Herpes Virus (KHV), ist eine höchst infektiöse Fischkrankheit ,sie kann bei gewöhnlichen Karpfen zu einer erheblichen Sterberate führen. Historisch gesehen trat der erste Ausbruch des  Koi Herpes(KH-Virus) erstmals 1998 auf und wurde dann 1999 in Israel bestätigt. Seitdem wurden Fälle in den Vereinigten Staaten, Europa und Asien gemeldet.
Mittlerweile hat diese Fischseuche Europa erreicht und in Thüringen und Sachsen bereits in zwei Teichwirtschaften zum Tod von insgesamt 150 Tonnen Speisekarpfen geführt. Fischereiverbände fordern deshalb dringend, beim Handel mit Kois Gesundheitszertifikate und Grenzkontrollen zur Pflicht zu machen und bei Verdachtsfällen Quarantänemaßnahmen vorzuschreiben.
  


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