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[Info]  Fahren ohne Bootsführerschein
#1
Information 
In diesen Thread geht es drum wann und wo Ihr auch ohne Bootsführerschein ein Boot fahren dürft. Was Ihr beachten müsst und ab wann ihr einen Führerschein benötigt .

Wann Ihr keinen Bootsführerschein benötigt

Charterbescheinigung statt Bootsführerschein

Was ihr auf dem Boot an Bootspapiere mit euch führen müsst

Wer benötigt welche Versicherung? Die Zusammenfassung zeigt, was Ihr möglicherweise an Versicherungsschutz benötigt

Ausrüstung auf dem Boot

Chartern ohne Bootsführerschein

Wann Ihr einen Bootsführerschein benötigt


Wann Ihr keinen Bootsführerschein benötigt

In Deutschland gibt es zwei Ausnahmen von der allgemeinen Bootsführerscheinpflicht. Zum einen gilt unter bestimmten Umständen eine Führerscheinfreiheit bis 15 PS (11,03 kW) Nutzleistung. Zum anderen können in bestimmten Revieren auch Schiffe oder Hausboote mit wesentlich höherer Motorleistung mit einer Charterbescheinigung ausgeliehen werden.
Auch wenn ihr bestimmte Boote ohne Führerschein fahren dürfen, müsst Ihr euch mit der Gesetzeskunde vertraut machen!


Hier zunächst ein paar rechtliche Grundlagen: Auf dem Wasser sind die Bundesrepublik Deutschland und viele andere europäische Länder in Binnengewässer und Seegewässer aufgeteilt. Die Grenzen befinden sich oft dort, bis wohin große Seeschiffe noch fahren können – häufig also die erste nicht bewegliche Brücke, ein Wehr oder ein sonstiges Hindernis.
Auf den Seegewässern gelten die nationale Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung und die internationalen Kollisionsverhütungsregeln (KVR). Auf den angrenzenden Binnenwasserstraßen gilt die Binnenschifffahrtsstraßne-Ordnung. Ausnahmen im Binnenbereich bilden Rhein, Mosel, Donau und der Bodensee, die als internationale Gewässer gelten und daher eigene Verordnungen haben. Eine weitere Ausnahme im Binnenbereich sind die Landesgewässer, für die das jeweilige Bundesland zuständig ist.

Führerscheinfreiheit im See- und Binnenbereich:

•    Motorisierung bis 15 PS
•    Mindestens 16 Jahre alt
•    Geistig und körperlich geeignet

Ausnahmen:

•    Die 15-PS-Grenze gilt nicht (bzw. mit Einschränkungen) auf dem Rhein, dem Bodensee, Landesgewässern oder
     auf Teilen der Spree-Oder-Wasserstraße
•    Auf dem Rhein gilt eine Führerscheinfreigrenze von 5 PS, auf dem Bodensee von 6 PS
•    Im Seebereich dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren Sportboote mit max. 5 PS Nutzleistung führen

Bootsführerscheinpflicht und Bootsversicherungen im europäischen Ausland:

LandVersicherungFührerscheinpflicht
Dänemarkempfohlenab 25 PS und ab 4 m Länge
PolenempfohlenJa
FrankreichempfohlenJa
Belgien / Luxemburgempfohlenab 15 m Länge oder ab 20 km/h
Niederlande verpflichtend ab 20 km/hab 15 m Länge oder ab 20 km/h
Italienverpflichtendentsprechend nationaler Regelung des Heimatlandes
Kroatienverpflichtend ab 15 kWJa, unabhängig von der Motorleistung
#2
Charterbescheinigung statt Bootsführerschein:

Eine Charterbescheinigung (umgangssprachlich auch Charterschein genannt) ermöglicht es Freizeitkapitänen, auf ausgewiesenen heimischen Binnengewässern Hausboote, Motoryachten oder Sportboote über die Führerscheinfreigrenze hinaus auch ohne Sportbootführerschein zu führen.

Aussteller der Charterbescheinigung ist der Vermieter eines Sportbootes.

Die Unterweisung für die Bescheinigung dauert mindestens drei Stunden und umfasst drei Teile:

•    Theoretischer Teil: Verantwortlichkeiten, Verkehrsregeln und Gesetzeskunde, Fahrgebiet und seine  
    Besonderheiten, umweltgerechtes Verhalten
•    Praktischer Teil: Starten und Stoppen des Motors, diverse Fahrmanöver, Festmachen, Ankern, Mensch-über-
     Bord- Manöver, Anlegen von Rettungswesten, Verhalten    
     in Gefahrensituationen
•    Bootseinweisung: Handhabung und Bedienung der einzelnen Komponenten am Steuerstand auf dem Oberdeck
     und im Innenbereich, regelmäßige Kontrollmaßnahmen, Handhabung und  
     Aufbewahrungsort vor Ausrüstungsgegenständen
   
Die Bescheinigung gilt ausschließlich für das in ihr bezeichnete Revier und nur für die jeweilige Mietzeit.

Auf den Binnengewässern, auf denen die Charterbescheinigung gilt, gibt es neben allgemeinen Beschränkungen wie dem Fahrverbot bei Nacht oder einer Geschwindigkeitsbegrenzung der Boote bis 12 km/h auch besondere Sicherheitsvorschriften. Diese können z. B. ein Fahrverbot ab Windstärke 4, Rettungswestenpflicht oder eine Meldepflicht vor und nach der Überfahrt des Gewässers beim Vercharterer sein. Welche jeweiligen Sicherheitsvorschriften gelten, erfahren ihr durch den Vercharterer bei der Einweisung.

Bootfahren lernt man am besten in der Praxis. Wer sich in kompetente Hände begeben möchte, sucht sich eine anerkannte Sportbootschule aus und belegt einen Einsteigerkurs oder den Lehrgang zum Erwerb eines Sportboot- beziehungsweise Motorbootzertifikats.

Ist nach den ersten Ausflügen auf dem Wasser die Sehnsucht nach noch mehr Freiheit geweckt, führt der Weg nicht an einem Sportbootführerschein See oder Sportbootführerschein Binnen vorbei. Der Erwerb dieser Scheine ist wesentlich einfacher und kostengünstiger als beispielsweise der Führerschein für einen Pkw.
#3
Was ihr auf dem Boot an Bootspapiere mit euch führen müsst:

Ein amtlicher oder amtlich anerkannter Eigentumsnachweis für Boote ist grundsätzlich nicht vorgeschrieben, aber sinnvoll. Fährt man mit dem Boot ins Ausland, ist ein Eigentumsnachweis dagegen unverzichtbar.

Ist ein Kleinfahrzeug auf deutschen Binnenschifffahrtsstraßen unterwegs, hat es bei einer Nutzleistung von mehr als 3 PS (2,21 kW) oder einer Länge von mehr als 5,5 m (Ausnahme: muskelkraftbetriebene Fahrzeuge) eine Kennzeichnungspflicht. Für diese Fahrzeuge (bis 10 t Gewicht) wird ein Kleinfahrzeugkennzeichen oder ein Internationaler Bootsschein (IBS) benötigt. Das Kleinfahrzeugkennzeichen wird beim örtlichen Wasser- und Schifffahrtsamt beantragt. Den Internationalen Bootsschein bekommt man über die Wassersportverbände (DMYV und DSV) oder über den ADAC.

Das Kennzeichen muss in mindestens 10 cm großen Buchstaben beidseitig am Bug oder am Heck angebracht werden. Eine Ausnahme von der Kennzeichnungspflicht stellt ein Beiboot dar, das als Zubehör zu einem größeren Wasserfahrzeug gilt.

Im Ausland wird als Eigentumsnachweis ein Flaggenzertifikat, ausgestellt vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), oder der Internationale Bootsschein (IBS) anerkannt.

Große Sportboote benötigen im Binnenbereich einen Schiffsbrief (ab einer Wasserverdrängung von 10 m³, das entspricht 10 t) oder im Seebereich ein Schiffszertifikat (ab einer Rumpflänge von 15 m).

Die Flaggenführung ist ein sensibles Thema. In der Bundesrepublik Deutschland muss im Seebereich sowie auf der Donau und der Oder die Nationalflagge geführt werden. Im übrigen Binnenbereich kann sie geführt werden. Im Ausland kann es die Verpflichtung zum Führen der Nationalflagge auch im Binnenbereich geben. Charterschiffe führen die Flagge des Landes, in dem sie registriert sind.

Ein Sportboot, das sich ausschließlich auf deutschen Seeschifffahrtsstraßen bewegt, muss lediglich den Schiffsnamen und Heimathafen deutlich sichtbar am Heck führen, kann aber den Namen zusätzlich am Bug anbringen. Hat das Fahrzeug auch ein Kleinfahrzeugkennzeichen oder eine IBS-Nummer, führt es diese statt des Namens am Bug.

Laufen Sie in ein ausländisches Hoheitsgebiet ein, ist die Gastlandflagge zu setzen. Zum einen ist dies eine Frage der Höflichkeit und des Respekts, zum anderen geben Sie zu erkennen, dass Sie die Rechtsordnung des betreffenden Landes anerkennen.

Die Missachtung des Flaggenrechts kann als Missachtung des Landes und der dort lebenden Bevölkerung verstanden werden. Dieses kann zu einer Geld- oder sogar einer Freiheitsstrafe führen.
#4
Wer benötigt welche Versicherung? Die Zusammenfassung zeigt, was Ihr möglicherweise an Versicherungsschutz benötigt.

Benötigte Versicherungen:

Crew

Private Haftpflichtversicherung (für den Fall, dass Sie an Bord einen Schaden anrichten)
Auslands-Krankenversicherung (falls nicht durch Ihre Krankenversicherung abgedeckt)

Bootseigner

Bootshaftpflichtversicherung
Bootskaskoversicherung
Trailerversicherung (falls nicht in der Bootshaftpflicht enthalten)

Charter-Skipper

Skipperhaftpflicht-Versicherung
Reiserücktrittskostenversicherung
Kautionsversicherung
Auslands-Krankenversicherung (falls nicht durch Ihre Krankenversicherung abgedeckt)


Der Wassersport ist eine sehr sichere Sportart. Unfälle oder Schäden kommen relativ selten vor. Trotzdem kann es bei einem Unfall zu größeren Verletzungen oder Materialschäden und somit zu nicht unerheblichen Kosten kommen.

Stellt euch vor, Ihr Fahrt mit Ihrem Boot im Uferbereich und übersehen einen Schwimmer. Hier kann es zu unkalkulierbar hohen Kosten kommen. Über die Privathaftpflicht sind üblicherweise Ruder-, Paddel- oder motorlose Schlauchboote ohne Zusatzkosten mitversichert. Fahrzeuge mit Motor- oder Segelantrieb (darunter fallen auch Wind- oder Kitesurfer) sind in der Regel nicht versichert. Auch wenn einige Versicherer für Fahrzeuge mit geringer Motorisierung eine Ausnahme machen, wird in jedem Fall dringend empfohlen, die Versicherungspolice zu lesen oder sich eine schriftliche Bestätigung der Versicherung geben zu lassen.

Für ein eigenes Boot sollte man sich dringend um eine Bootshaftpflichtversicherung kümmern. Diese sollte sowohl für eine Schramme am Nachbarboot, Umweltschäden bei Kraftstoffverlust, Beschädigungen eines Schleusentores oder Ähnlichem als auch Verletzungen von Personen haften.

Zwar besteht in Deutschland keine Versicherungspflicht, aber die im Schadensfall anfallenden Kosten können rasch in die Höhe schnellen. Der Verursacher beziehungsweise der Eigner haftet mit seinem Privatvermögen. Die Kosten für eine Bootshaftpflichtversicherung sind in der Regel von der Motorleistung oder Segelfläche sowie der Deckungssumme abhängig. Sie liegen im günstigsten Fall bei 30 bis 50 € pro Jahr.

Im Ausland sieht es da ganz anders aus. In Italien beispielsweise benötigt man schon für ein kleines motorisiertes Schlauchboot mit 5 PS eine Haftpflichtversicherung. In anderen Mittelmeerstaatengibt es ebenfalls unter bestimmten Umständen eine Versicherungspflicht. Zur guten Reiseplanung für einen Auslandsaufenthalt muss die Versicherungsfrage daher vorab geklärt werden. Sie sollten immer eine aktuelle Versicherungsbestätigung – auch blaue Karte genannt – an Bord haben. Anderenfalls kann es schnell passieren, dass die örtliche Behörden oder der Hafenmeister euer Boot stilllegen.

Schäden durch Grundberührung und anschließenden Untergang des Bootes, Sturmschäden, Diebstahl, Vandalismus, Manöverschäden oder Schäden beim Slippen oder Kranen sollten durch die Bootskaskoversicherung abgedeckt sein. Die Prämie richtet sich nach dem Wert des Bootes sowie der Höhe der Eigenbeteiligung und liegt bei 0,5–2% des Versicherungswertes. Die Notwendigkeit dieser Versicherung richtet sich nach der finanziellen Schmerzgrenze, die man als Eigner bereit ist bei Teil- oder Totalverlust zu ertragen. Die Bootskasko springt aber zum Teil auch bei Bergung und Wrackbeseitigung, bei durch technische Hilfeleistung entstandenen Kosten oder Schäden durch Dritte ein, die nicht beglichen werden, weil beispielsweise der Schadensverursacher keine Haftpflichtversicherung hat und mittellos ist.

Wird ein Boot gechartert oder leiht man sich einmal privat ein Schiff von Freunden, deckt die Bootshaftpflicht unter Umständen nicht alle Personen- oder Sachschäden ab, die der Schiffsführer verursacht. Auf der anderen Seite kann man sich nicht immer sicher sein, dass eine solche Versicherung überhaupt vorliegt. Für diesen Fall ist eine Skipperhaftpflicht empfehlenswert. Sie deckt Ansprüche gegen den Skipper oder zum Teil auch der Crewmitglieder untereinander ab. Bei seriösen Anbietern sind selbst Schäden, die durch grobe Fahrlässigkeit verursacht werden, mitversichert.

Für jede Versicherung ist es ratsam, sich die entsprechende Police genau anzuschauen und gegebenenfalls mehrere Angebote einzuholen. Sogenannte Yachtversicherer (spezialisierte Versicherungsmakler für den Wassersport) sind möglicherweise etwas teurer, aber auch professioneller bei der Schadensregulierung als andere Versicherer. Zudem ist der Versicherungsschutz oftmals besser auf die Bedürfnisse des Wassersportlers angepasst. Ein Gespräch mit den Yachtversicherern können Sie hervorragend auf der nächsten Bootsmesse führen. motorisiertes Schlauchboot mit 5 PS eine Haftpflichtversicherung. In anderen Mittelmeerstaatengibt es ebenfalls unter bestimmten Umständen eine Versicherungspflicht. Zur guten Reiseplanung für einen Auslandsaufenthalt muss die Versicherungsfrage daher vorab geklärt werden. Sie sollten immer eine aktuelle Versicherungsbestätigung – auch blaue Karte genannt – an Bord haben. Anderenfalls kann es schnell passieren, dass die örtliche Behörden oder der Hafenmeister ihr Boot stilllegen.

Schäden durch Grundberührung und anschließenden Untergang des Bootes, Sturmschäden, Diebstahl, Vandalismus, Manöverschäden oder Schäden beim Slippen oder Kranen sollten durch die Bootskaskoversicherung abgedeckt sein. Die Prämie richtet sich nach dem Wert des Bootes sowie der Höhe der Eigenbeteiligung und liegt bei 0,5–2% des Versicherungswertes. Die Notwendigkeit dieser Versicherung richtet sich nach der finanziellen Schmerzgrenze, die man als Eigner bereit ist bei Teil- oder Totalverlust zu ertragen. Die Bootskasko springt aber zum Teil auch bei Bergung und Wrackbeseitigung, bei durch technische Hilfeleistung entstandenen Kosten oder Schäden durch Dritte ein, die nicht beglichen werden, weil beispielsweise der Schadensverursacher keine Haftpflichtversicherung hat und mittellos ist.
#5
Ausrüstung auf dem Boot:

Das Thema Ausrüstung ist in Deutschland wenig reguliert. Das bedeutet ein hohes Maß an Selbstverantwortlichkeit für den Skipper.
Für das Mitführen einiger Ausrüstungsgegenstände an Bord gibt es klare Regelungen: Positionslaternen oder Tagsignale gehören ebenso dazu wie Anlagen, um Schallsignale abzugeben. Dieses ergibt sich aus der Binnenschifffahrts- beziehungsweise Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung, und zwar unabhängig davon, ob das Fahrzeug führerscheinfrei bewegt werden darf oder nicht.

Bei anderen Ausrüstungsgegenständen ist die Regelung nicht so eindeutig. Zum einen gibt es große Unterscheide zwischen Binnen- und Seeschifffahrtsstraßen, zum anderen zwischen den verschiedenen Bootsgrößen. Die hier vorgestellte Ausrüstungsliste ist lediglich eine Empfehlung. Sie ist nicht der Weisheit letzter Schluss – jeder ist also angehalten, über seine eigene Sicherheit nachzudenken und die Liste zu vervollständigen.

Eine Rettungsweste sollte für jedes Crewmitglied an Bord zur Verfügung stehen. Ein Sorgleine (Lifeline) dient dazu, eine dauerhafte Verbindung zwischen Schiff und Person herzustellen und sollte in bestimmten Fahrtgebieten ebenfalls für jeden an Bord zur Verfügung stehen.

Rettungsring oder Rettungskragen und Wurfleine kommen bei einer Mensch-über-Bord-Situation zum Einsatz. Dem Verunfallten wird zunächst ein Rettungsmittel zugeworfen (und damit auch die Position »markiert«). Eine Wurfleine oder eine Leine mit Rettungsring ist dazu gedacht, eine Leinenverbindung herzustellen.

Anker und Ankerleine gehören auf jedes Boot. Die Ankerleine kann (je nach Ausführung) mitunter auch als Schleppleine verwendet werden und sollte mindestens die 3-fache Bootslänge aufweisen. Auf kleinen Booten wird ein Faltanker (mit Kettenvorlauf) empfohlen.

Je vier Festmacher und Fender sollten Sie unabhängig von der Bootsgröße mindestens an Bord haben. Zwei der vier Festmacherleinen sollten mindestens die 1,5-fache Bootslänge aufweisen.

Für den Notfall müssen entsprechende Seenotsignalmittel an Bord sein. Im Binnenbereich ist das eine rote Flagge (60 x 60 cm). Auf großen Binnenseen oder an der Küste empfehlen sich zudem rote Seenotsignalraketen, Handfackeln und Rauchsignale (Orange).

Jeder Bootsfahrer sollte einen direkten Draht zum Wetter haben. Radio, Internet oder ein UKW-Seefunkgerät sind wichtige Voraussetzungen, um über die Wettersituation informiert zu sein. Das Betreiben einer UKW-Funkanlage ist allerdings nur mit einem entsprechenden Funkzeugnis erlaubt.

Auf größeren Gewässern muss man in der Lage sein, seinen Ort zu bestimmen. Das geht nicht ohne Kartenmaterial, Fernglas, GPS und Kompass. Wichtig sind zudem Angaben über die aktuelle Wassertiefe, die man am Lot ablesen kann.

Diese und weitere Ausrüstungsgegenstände sind bezogen auf Schiffsgröße und Fahrgebiet in der folgenden Tabelle noch einmal zusammengefasst.

Die Empfehlung gilt jedoch maximal für eine Fahrt in große Buchten, Flussmündungen oder Seen am Tage. Die Ausrüstung für die Fahrt in Küstengewässern und küstennahen Seegewässern ist deutlich umfangreicher.

Sicherheitsausrüstung:

AusrüstungSchlauchboot (Binnen)Daycruiser (Binnen)Daycruiser / Kajütboot (Binnen und See)
RettungswesteEmpfohlenEmpfohlenEmpfohlen
Sorgleine (Lifeline)Empfohlen
RettungsringEmpfohlenEmpfohlen
Rettungs- oder WurfleineEmpfohlenEmpfohlen
AnkerEmpfohlenEmpfohlenEmpfohlen
Anker-/SchleppleineEmpfohlenEmpfohlenEmpfohlen
BootshakenEmpfohlenEmpfohlen
Festmacherleinenmin. 2min. 4min. 4
Fendermin. 2min. 4min. 4
PaddelEmpfohlenEmpfohlenEmpfohlen
Ölfass / HandlenzpumpeEmpfohlenEmpfohlenEmpfohlen
Erste-Hilfe-KastenEmpfohlenEmpfohlenEmpfohlen
TaschenlampeOptinalEmpfohlenEmpfohlen
BadeleiterEmpfohlenEmpfohlen

Navigationsausrüstung:

AusrüstungSchlauchboot (Binnen)Daycruiser (Binnen)Daycruiser / Kajütboot (Binnen und See)
FernglasEmpfohlenEmpfohlen
Nautische LiteraturEmpfohlenEmpfohlen
VerkehrsvorschriftenOptionalOptional
KartenmaterialEmpfohlen
Magnet- / PeilkompassEmpfohlen
EcholotOptionalEmpfohlen
Logge (Geschwindigkeit)OptionalOptional
GPS-EmpfängerOptional
#6
Chartern ohne Bootsführerschein:

Die optimale Reisezeit für Yacht- oder Hausbootcharter beginnt dank moderner Heizungen Ende März und geht bis Ende Oktober. Im Süden dauert die Saison möglicherweise noch länger. Wenn Sie nicht auf die Ferienzeit angewiesen sind, empfiehlt es sich, in der Vor- oder Nachsaison zu chartern: Zum einen sind die Charterpreise in der Nebensaison günstiger, zum anderen sind dann die Gewässer und Häfen nicht so überfüllt.

Für die Wahl Ihres Urlaubsziels, des sogenannten Reviers, sollten Sie sich folgende Fragen beantworten, um Klarheit in Bezug auf Ihre Bedürfnisse und Vorstellungen zu bekommen:
• Welche Interessen und Vorlieben haben Sie in Bezug auf Land und Leute, Kultur und Sprache?
• Wie anspruchsvoll ist das Revier, und wie geeignet sind die Etappen für Schiffsführer und Crew?
• Wie erfolgt die Anreise zum Urlaubsort?
Habt Ihr diese Fragen für euch beantwortet, seit Ihr bei der Wahl des Reviers schon ein wenig weiter.

In der folgenden Tabelle findet Ihr eine grobe Übersicht der beliebtesten Charterreviere in Deutschland und dem umliegenden Ausland. Der Schwierigkeitsgrad des Reviers (hier Anspruch genannt) richtet sich nach folgenden Faktoren: Größe der Wasserfläche und daraus folgende Schwierigkeit mit Wind und Welle, Berufsverkehr, Schleusen und Brücken, Strömung, Gezeiten und Distanz der einzelnen Etappen.

RevierAnspruchFührerscheinfreiBesonderheiten
Bodenseebis 6 PSEtwas Berufsverkehr, große Wasserfläche. Mögliche Fallwinde (Föhn), Grenzverkehr und abweichende Naturschutzrichtlinien.
Mecklenburgische SeenplatteJaWenig Berufsverkehr, einige Schleusen sowie einige größere Seen. Idyllisches Revier, ideal für Einsteiger.
BerlinNeinKultur, Sightseeing, Abendprogramm. Vielfältiges Revier. Reger Berufsverkehr.
Brandenburg / PotsdamJa, teilweise nur bis 15 PSVielfältiges Revier mit vielen Ausflugsmöglichkeiten. Teilweise befahrbar mit Charterbescheinigung. Berufsverkehr, Schleusen.
Bodden / Rügenbis 15 PSIdyllisches Revier mit vielen Möglichkeiten. Zum Teil große Wasserflächen, Navigation, wenig Berufsverkehr.
Ostseebis 15 PSVielseitige Etappenziele auch im Ausland. Große Wasserflächen. Teilweise Berufsverkehr.
Nordsee (Wattenmeer)bis 15 PSTidengewässer, große Wasserflächen, anspruchsvolle Navigation, Berufsverkehr.
Friesland, NiederlandeJa, bis 15 m oder 20 km/hTraumhafte Orte. Ausgeprägtes Kanalnetz. IJsselmeer etwas anspruchsvoller.
Masuren, PolenJaGrößtes Binnenrevier. Wenig Schleusen und kaum Berufsverkehr.

Folgende Dinge sollten zur Buchung oder spätestens bei der Bootsübergabe geklärt werden. Einige Punkte sind dem Angebot bzw. den Buchungsunterlagen und der Webseite des Charterunternehmens zu entnehmen.

Im Vorfeld:
• Höhe der Kaution (Zahlungsmöglichkeit: bar/Kreditkarte)?
• Ausstattung: Beiboot, Außenborder, Handtücher, Bettwäsche (kann ggf. gegen Aufpreis dazu gebucht
werden)?
• Einkaufsmöglichkeiten vor Ort?
• Transfer vom Flughafen zum Schiff?
• Schiffsübernahme-Protokoll schon im Vorfeld erhältlich?

Im Hafen:
• Melden Sie sich an der Rezeption. Vereinbaren Sie einen Termin für die Schiffsübernahme.
• Notfallnummer des Vercharterers (für Pannen und Hilfeleistung)?
• Wo kann vor der Rückgabe getankt werden?
• Bis wann muss das Boot zurückgegeben sein?


Schiffsübernahme:

Besteht auf eine gründliche Einweisung, und macht diese möglichst zusammen mit einem weiteren Crewmitglied. Die anderen Crewmitglieder und das Gepäck sollten während der Einweisung nicht an Bord sein.

Geht mit dem Mitarbeiter der Charterbasis das Schiffsübernahme-Protokoll genau durch. Prüft ob die aufgeführten Gegenstände vorhanden sind und Ihr deren Funktion und Bedienung verstanden habt. Kontrolliert, ob alles an Bord in vernünftigem Zustand ist und fragt gezielt nach vorhandenen Mängeln und Schäden. Äußert Wünsche (z.B. ein großer Topf, eine weitere Rettungsweste usw.) – sie werden meist problemlos erfüllt. Vereinbart gegebenenfalls eine Probefahrt zusammen mit einem Angestellten der Charterbasis.

Wenn Ihr euch für ein Revier entschieden habt, benötigen Ihr ein Charterunternehmen, das eure Wünsche in Bezug auf die Bootsgröße und den Preis erfüllen kann. Charteranbieter lassen sich über Anzeigen in der Fachpresse, auf Wassersportmessen oder online finden.

Das Charterunternehmen macht auf Anfrage ein konkretes Angebot, in dem die Charterbedingungen (Kosten für Bootscharter und Endreinigung, Höhe der Kaution, benötigte Qualifikation, Datum der An- und Abreise, Hafen für die Bootsübernahme und -rückgabe) aufgeführt sind.
#7
Wann Ihr einen Bootsführerschein benötigt:

Wenn Sie Ihr Wissen vertiefen wollen, sollten Sie den Erwerb eines Sportbootführerscheines anstreben. Dies gilt auch, wenn Sie eige-ne motorisierte Fahrzeuge von mehr als 15 PS (11,03 kW) Nutzleistung führen oder Yachten mieten möchten, bei denen die Charterschein-regelung nicht greift. Als Einstieg empfiehlt sich der Sportbootführerschein Binnen, das Bodenseeschifferpatent (wenn Sie aus der Region kommen) oder der Sportbootführerschein See.
  


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